Weniger Gäste in Kneipen und Restaurants

Donnerstag, den 10 Juni 2010
Kategorie: Pressemeldungen, Aktuelles, NRW

 

Konjunkturumfrage Gastronomie NRW: Gästezahlen bei über der Hälfte gesunken / Erträge fielen bei 64 Prozent geringer aus / Forderung nach Mehrwertsteuerrevision / Preise blieben gleich / Betriebs- und Energiekosten größtes Problem / gedämpfte Aussichten für den Sommer

Die Rezession, die gesamtwirtschaftliche Schieflage und die Verunsicherung der Bevölkerung lassen auch die Gastronomie an Rhein und Ruhr nicht unberührt. Nach dem NRW-Konjunkturbericht Winter (November 09 – März 10) meldete mehr als die Hälfte sinkende Gästezahlen. Bei rund 64 Prozent der Befragten sanken in den langen Wintermonaten die Erträge; gleiches galt für die Umsätze (bei 57,7%). „Durch die Rezession leidet einerseits der für uns so wichtige Geschäftsreiseverkehr, andererseits sinkt wegen der dadurch beförderten Unsicherheit in der Bevölkerung die „Ausgeh- und Ausgeblust“ unserer Gäste. Das ist doppelt schmerzhaft“, hebt Olaf Offers, Präsident des DEHOGA Nordrhein-Westfalen, hervor. Die Umfrageergebnisse decken sich mit Erhebungen des Statistischen Landesamtes (IT NRW), nach denen für den Zeitraum Januar bis März 2010 für das Gastgewerbe Umsatzrückgänge von 4,9 Prozent (nominal) bzw. 7,1 Prozent (real) gegenüber den ersten drei Monaten des Vorjahres ermittelt wurden.

Der Hotel- und Gaststättenverband setzt mehr denn je auf eine Mehrwertsteuerrevision, damit Wettbewerbsnachteile zu Lasten der Gastronomie im Vergleich zu Lebensmitteleinzelhandel, Bäckereien und Metzgereien eingeebnet werden. „Wir hoffen, dass bei der angekündigten Revision arbeitsintensive Branchen wie das Gastgewerbe oder das Handwerk besonders bedacht werden“, so Offers.

Für 58,3 Prozent bzw. 55,3 Prozent der befragten Unternehmer liegen in den Bereichen Betriebs- und Energiekosten die größten Problemquellen, gefolgt von den geringer werdenden Umsätzen pro Gast (41,8%). Das Rauchverbot in seiner jetzigen liberalen Form bewerteten lediglich 16 Prozent als Problem.

Auch bezüglich der Erwartungen für die Sommermonate herrscht Skepsis. Nur 23,5 Prozent erwarten höhere Umsätze oder Erträge (18,3%). Erfreulich für die Gäste: Die Preise blieben und bleiben in weit mehr als 80 Prozent der Betriebe gleich.


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