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Corona-Krise: DEHOGA NRW lehnt Pauschalverbot von (Karnevals)veranstaltungen ab

Verbote sollten immer am Ende einer Diskussion stehen, nicht am Anfang, fordert der DEHOGA NRW zu den Diskussionen um die Verbote von privaten Veranstaltungen und jetzt auch Karnevalsveranstaltungen +++ Davor gibt es noch andere Maßnahmen +++ Gesundheits- und Infektionsschutz genießt weiterhin höchste Priorität, aber Verhältnismäßigkeit ergriffener Maßnahmen darf nicht vernachlässigt werden.

Die Corona-bedingten Infektionszahlen sind in den letzten Wochen in Deutschland und auch in Nordrhein-Westfalen wieder angestiegen. Um sie einzudämmen, wird neben dem Verbot privater Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstage auch über ein generelles „Karnevalsverbot“ diskutiert.

Der DEHOGA Nordrhein-Westfalen sieht ein pauschales „Karnevalsverbot“ zum jetzigen Zeitpunkt skeptisch: "Wir sehen die gesundheitlichen Gefahren der Pandemie. Wir erleben die wirtschaftlichen Auswirkungen jeden Tag. Und wir müssen dem Gesundheitsschutz weiterhin oberste Priorität einräumen. Trotzdem müssen Verbote immer am Ende einer Diskussion stehen, nicht am Anfang. Davor gibt es über Hygiene- und Abstandsmaßnahmen andere Möglichkeiten, Infektionsrisiken zu minimieren, damit die Gesundheit zu schützen und Betriebe nicht in ihrer Existenz zu gefährden. Unsere Diskussionen fangen jetzt immer mit Verboten an“, kritisiert Bernd Niemeier, Präsident des DEHOGA Nordrhein-Westfalen und verweist auf Zahlen des WDR, die sich auf das Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalen beziehen, nach denen lediglich sechs Prozent der Infektionen Restaurant- oder Veranstaltungsbesuchen im Gastgewerbe zuzuordnen sind, 33 Prozent dagegen dem privaten Umfeld. „Ich glaube darüber hinaus auch, dass es aus Infektionsgesichtspunkten sinnvoller ist, Veranstaltungen von Profis aus dem Gastgewerbe durchführen zu lassen als von „privaten“ Gastgebern zuhause im Keller, im Park oder auf dem Balkon“, so Niemeier. Wie man Verbote umgehen kann, zeigt der Umgang mit Reiserückkehrern, die momentan den größten Anteil der Infizierten ausmachen. „Denkt jemand ernsthaft über Reiseverbote nach, obwohl das Infektionen mit Sicherheit am ehesten eindämmen könnte? Nein. Dafür wird mehr getestet, und das ist auch gut so. Aber vielleicht müsste noch mehr und verpflichtend getestet werden, um die Risiken hier zu reduzieren, bevor an anderer Stelle über Verbote nachgedacht wird“, so Niemeier.

Auch wenn eine Ausweitung der Pandemie mit einem zweiten Lockdown und der Schließung aller Betriebe das schlimmste Szenario für die Branche wäre, müssen nach Meinung des Hotel- und Gaststättenverbandes weitere Einschränkungen trotzdem immer genau auf ihre Verhältnismäßigkeit und damit auch auf ihre wirtschaftlichen Auswirkungen überprüft und dürfen nicht leichtfertig verhängt werden. „Die Branche ist immer noch mit den verheerenden Auswirkungen der Corona-Krise konfrontiert. Gastronomen und Hoteliers in Nordrhein-Westfalen gehen davon aus, dass der Umsatz in diesem Jahr über 50 Prozent niedriger ausfallen wird als im letzten Jahr. Mehr als zwei Drittel sehen sich existenziell bedroht. Jedes pauschale Verbot von Veranstaltungen oder jetzt des Karnevals würde die wirtschaftliche Schieflage noch einmal verschlimmern. Das gilt für die Hochburgen am Rhein, aber auch für andere Teile von NRW. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand und nähern uns so einem Teil-Lockdown.“

Unabhängig davon, dass der DEHOGA Nordrhein-Westfalen pauschale Verbote von Veranstaltungen ablehnt, sieht er die Branche und ihre Gäste weiterhin natürlich in der Pflicht, ihren Beitrag zur Reduzierung von Infektionen zu erbringen. Aus diesem Grund hat er gestern die Aktion „Mit Sicherheit gut ausgehen“ gestartet. Die Motive greifen unter dem Motto "Ein AHA-Erlebnis in der Gastronomie" die drei Regelungsbereiche (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken) sowie den Bereich der Kontaktdatenerfassung auf. "Wir möchten trotz des Ernstes der Lage mit einem zwinkernden Auge auf die Pflichten eines jeden Einzelnen hinweisen und appellieren an alle Gastronomen, Beschäftigte und Gäste, sich für die Einhaltung der Regeln stark zu machen", formuliert Bernd Niemeier. „Wir sitzen alle in einem Boot. Gastronomie zu Corona-Zeiten geht nur zusammen.“ 


Thorsten Hellwig
Pressesprecher NRW
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