DEHOGA Nordrhein-Westfalen e. V.

DEHOGA-Center, Hammer Landstraße 45, 41460 Neuss
Fon 02131-7518100, Fax 02131-7518101
info​[at]​dehoga-nrw.de, www.dehoga-nrw.de

DEHOGA-Umfrage: Schritt für Schritt nach vorne, aber viele Stolperfallen bleiben

Das Gastgewerbe konsolidiert sich, allerdings bleibt die private Nachfrager Treiber, die geschäftlich bedingte Nachfrage tut sich weiterhin schwer. Größte Probleme bleiben die Kostenentwicklung bei Energie und Lebensmitteln sowie der Personalmangel.

"Es geht Schritt für Schritt nach vorne, aber die positive Entwicklung verläuft zweigeteilt. Und viele Stolperfallen bestehen weiterhin", fasst Patrick Rothkopf, Präsident des DEHOGA Nordrhein-Westfalen, die Ergebnisse der jüngsten DEHOGA-Umfrage, die Anfang Juli durchgeführt wurde und an der sich rund 300 Gastronomen und Hoteliers beteiligten, zusammen. Zum zweiten Mal in Folge vermeldeten Gastronomen und Hoteliers im Juni nominal höhere Umsätze als noch im Vergleichsmonat vor der Pandemie. Auch wenn das Nominal-Umsatzplus mit zwei Prozent überschaubar ausfällt und die Zahlen im Lichte der akut herrschenden hohen Inflation betrachtet werden müssen, steht die Branche insgesamt besser da als noch zu Anfang des Jahres. Allerdings beläuft sich das bis zur Jahresmitte angehäufte Umsatzminus im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 laut Umfrage immer noch auf elf Prozent.

Privater Umsatz sorgt für Belebung
Im Wesentlichen verantwortlich für den positiven Trend ist die private Nachfrage. Deren Entwicklung ist deutlich besser verlaufen als die der geschäftlich bedingten Nachfrage: "Wir spüren die Lust der Menschen auszugehen und die "alte" Freiheit auch bei uns in den Betrieben zu genießen. Diese Entwicklung geht allerdings am Geschäftsbereich häufig vorbei", beschreibt Rothkopf die unterschiedliche Lage im Gastgewerbe. 45,9 Prozent der Teilnehmenden beschrieben die private Nachfrage als sehr gut bzw. gut und 17,6 Prozent als schlecht/sehr schlecht. Bei der geschäftlichen Nachfrage hingegen konnten sich lediglich 32,4 Prozent über eine gute/sehr gute Nachfrage freuen. 37 Prozent hatten in diesem Bereich mit einer schlechten/sehr schlechten Nachfrage zu kämpfen. "Die Ferienübernachtung oder das Bier auf der Terrasse verbessern die Umsätze und nicht die Businessübernachtung. Der Geschäftsreiseverkehr erholt sich deutlich langsamer. Die Trennung zwischen Umsatzgewinnern und Umsatzverlierern bleibt uns also erhalten", so Rothkopf.

Bessere Bezahlung, mehr Zuwanderung, mehr Flexibilität gegen Personalprobleme
Neben der Kostenentwicklung in den Bereichen Energie (87,4%) und Lebensmittel (78,4%) bereiten Personalprobleme Gastronomen und Hoteliers NRW-weit am meisten Kopfzerbrechen (62,9%). Offen ist, ob der Corona-bedingte Personalabfluss kurz- und mittelfristig ausgeglichen werden kann. "Wir haben mit unserem Lohnabschluss in diesem Jahr ein ambitioniertes und deutliches Signal für mehr Wertschätzung und bessere Bezahlung unserer Mitarbeitenden gesetzt. Unsere Tarife steigen zum Teil mehr als 20 Prozent. So gut wurde noch nie im Gastgewerbe gezahlt. Allerdings wissen wir auch, dass wir insgesamt und wo möglich unser "Paket" noch attraktiver machen müssen, um verlorene und neue Mitarbeitende zu gewinnen", betont Rothkopf. Auch die Politik sieht der DEHOGA in der Pflicht und fordert einfachere, schnellere und mehr Zuwanderung in den gastgewerblichen Arbeitsmarkt und eine Wochenhöchstarbeitszeit anstelle der noch existierenden Tageshöchstarbeitszeit. "Die Gesellschaft wird älter, die Zahl der Arbeitnehmenden weniger. Die Personallücke, die so entstanden ist und noch wächst, kann im Wesentlichen nur über Zuwanderung reduziert werden. Die Befristung der Westbalkanregel beispielsweise muss entfallen und das Kontingent, das auf 25.000 Arbeitskräfte begrenzt ist, erhöht werden“, so Rothkopf abschließend.

 

 

 


Thorsten Hellwig
Pressesprecher NRW
Fon 02131 7518-140

Nachricht senden