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Erfolgreiche Aktionen in NRW: Gastgewerbe zeigt mit leeren Stühlen seine Betroffenheit

Aktion „leere Stühle“ in NRW erfolgreich +++ Mahnveranstaltungen machen auf tiefe Betroffenheit der Branche aufmerksam +++ Rettungspaket weiter notwendig +++ Lockerungen herbeigesehnt, aber kein Allheilmittel +++ Reduzierte Mehrwertsteuer wichtiges positives Signal für die Branche

„Es ist schön zu sehen, dass in Zeiten der Not alle, denen die Branche am Herzen liegt, an einem Strang ziehen, um auf die besondere Betroffenheit von Gastronomie und Hotellerie hinzuweisen“, macht Bernd Niemeier, Präsident des DEHOGA Nordrhein-Westfalen klar. Über ganz Nordrhein-Westfalen verteilt unter anderem in Düsseldorf, Köln, Dortmund, Bielefeld, Höxter, Greven oder Bottrop haben am heutigen Freitag zahlreiche „Mahnveranstaltungen“ mit leeren Stühlen darauf hingewiesen, wie es um Restaurants, Bar, Cafés, Kneipen, Diskotheken, Pensionen und Hotels bestellt ist. Das Gastgewerbe in Nordrhein-Westfalen und deutschlandweit befindet sich seit Ausbruch der Corona-Krise im freien Fall. Die Umsätze sind binnen weniger Tage auf annährend Null gesunken. Stühle, Tische, Küchen, Betten bleiben leer; Restaurants, Cafés, Kneipen, Clubs, Gaststätten, Hotels, Pensionen faktisch geschlossen, Caterer ohne Aufträge. Die Branche wurde als erste geschlossen und wird als letzte wieder öffnen.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen für die 51.000 Betriebe in Nordrhein-Westfalen mit ihren über 400.000 Beschäftigten und rund 10.000 Auszubildenden sind verheerend. Das Aus von Zehntausenden Betrieben könnte bittere Realität werden. „Genauso leer wie unsere Betriebe fühlen sich unsere Gastronomen und Hoteliers und ihre Mitarbeiter*innen“, sagt Niemeier.

Der DEHOGA geht davon aus, dass anstehende Lockerungen nicht alle Betriebe betreffen werden und weist darauf hin, dass sie kein Allheilmittel sind, weil viele Stühle, Tische und Betten weiterhin leer bleiben werden: Mindestabstände in Gaststätten, erhöhte Hygiene-Anforderungen, ausfallende Großveranstaltungen wie Messen oder Konzerte, ein lahmender Geschäftsreiseverkehr und verunsicherte Gäste werden auf viele Monate hinaus dafür sorgen, dass selbst Umsätze von 50 Prozent des „normalen“ Niveaus eine Illusion bleiben. Viele Betriebe, die theoretisch öffnen könnten, werden sich die Frage stellen, ob das betriebswirtschaftlich überhaupt sinnvoll ist, weiß Niemeier.

Auf große Zustimmung stößt die Reduzierung auf den reduzierten Mehrwertsteuersatz auf sieben Prozent auf Speisen. „Wir begrüßen sehr, dass der reduzierte Mehrwertsteuersatz auf Essen ab Juli eingeführt wird, damit den Gastronomen mehr vom umgesetzten Euro als heute verbleibt“, freut sich Niemeier. Allerdings fordert der DEHOGA in Nordrhein-Westfalen weiterhin und zusätzlich ein eigenes Rettungspaket für Gastronomen und Hoteliers. „Die Soforthilfen sind verbraucht, die Kosten für Pachten zum Beispiel laufen weiter, die Liquidität ist in vielen Betrieben aufgebraucht. Deshalb brauchen wir eine Überbrückung, bis die Umsätze die Kosten wieder ausgleichen können“, so Niemeier abschließend.

Unter dem Aktionsnamen GastAus (#gastaus) wird der DEHOGA in Nordrhein-Westfalen künftig Aktionen und Initiativen durchführen, die auf die besondere Situation im Gastgewerbe während der Corona-Krise hinweisen. Die am Freitag stattfindenden Aktionen sind Teil der bundesweiten Aktion „Leere Stühle“, zu der der Leaders Club aufgerufen hat und die der DEHOGA Nordrhein-Westfalen unterstützt.


Thorsten Hellwig
Pressesprecher NRW
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