DEHOGA Nordrhein-Westfalen e. V.

DEHOGA-Center, Hammer Landstraße 45, 41460 Neuss
Fon 02131-7518100, Fax 02131-7518101
info​[at]​dehoga-nrw.de, www.dehoga-nrw.de

Beschäftigung von ukrainischen Geflüchteten in Deutschland

Aktuell geht es mit Blick auf die in Deutschland ankommenden Geflüchteten aus der Ukraine um Unterbringung und Versorgung sowie sonstige humanitäre Hilfe. Bald wird sich Geflüchteten und Unternehmen wahrscheinlich die Frage stellen, unter welchen Voraussetzungen Geflüchtete aus der Ukraine im Gastgewerbe arbeiten dürfen.

Massenzustrom-Richtlinie

Sie wurde auf europäischer Ebene in Kraft gesetzt und bietet Geflüchteten aus der Ukraine flächendeckenden Schutz in allen EU-Mitgliedstaaten.

Aufenthaltstitel

In Deutschland hat das Bundesinnenministerium die aus der Ukraine Geflüchteten vorübergehend vom Erfordernis eines Aufenthaltstitels befreit und so eine rechtmäßige Einreise und einen vorübergehend rechtmäßigen Aufenthalt in der Bundesrepublik durch Rechtsverordnung sichergestellt.

Arbeitserlaubnis

Wer allerdings in Deutschland arbeiten will, der benötigt einen Aufenthaltstitel mit Arbeitsmarktzugang. Dazu kommt: Die erläuterte Befreiungsregelung ist zunächst bis zum 24. Mai befristet. Das bedeutet, es ist ukrainischen Geflüchteten, die darüber hinaus in Deutschland bleiben, unbedingt zu empfehlen, bis dahin einen Aufenthaltstitel zu beantragen. Dies erfolgt bei der örtlichen Ausländerbehörde am Wohnort.

Hinweis: Gastgewerbliche Unternehmen müssen unbedingt darauf achten, keine ukrainischen Staatsangehörigen ohne Vorlage dieser vollständigen Unterlagen zu beschäftigen.

Auch hier hilft die EU-Massenzustrom-Richtlinie und deren nationale Umsetzung in Deutschland durch die Vorschrift des § 24 Aufenthaltsgesetz. Dieser ermöglicht es Geflüchteten, auch ohne zeitaufwendige Einzelfallprüfung einen Aufenthaltstitel in Deutschland zu erhalten. Praktisch läuft das so ab, dass  die Ausländerbehörde zunächst eine sog. Fiktionsbescheinigung ausstellt. Erst nach der späteren Erteilung der Aufenthaltserlaubnis (derzeit ist noch unklar, ob dies bereits nach Ausstellung der Fiktionsbescheinigung möglich ist) ist dann auch der Arbeitsmarktzugang möglich. Grundsätzlich ist für die Ausübung einer Beschäftigung die Zustimmung der Ausländerbehörde nötig. Diesbezüglich hat das Bundesinnenministerium den Ländern geraten, die Arbeitserlaubnis zeitgleich mit Erteilung der Aufenthaltserlaubnis auszustellen, auch ohne ein konkret geplantes Beschäftigungsverhältnis. Das Land Niedersachsen ist dieser Empfehlung als erstes Bundesland durch Runderlass an die Ausländerbehörden bereits nachgekommen, weitere Bundesländer werden voraussichtlich folgen. Der DEHOGA NRW steht hierzu in Kontakt mit der zuständigen Regionaldirektion der Arbeitsagentur in Nordrhein-Westfalen. Eine zusätzliche Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht nötig. Unklarheit besteht derzeit noch über die konkrete Ausgestaltung von Sozialleistungen und die Teilnahme an Deutsch- und Integrationskursen als Vorbereitung für eine Arbeitsaufnahme.

Asylverfahren

Alternativ zu geschilderten Verfahren ist es ukrainischen Geflüchteten auch möglich, einen Asylantrag in Deutschland zu stellen. In aller Regel ist dies nach jetzigem Stand jedoch nicht zu empfehlen, da im Rahmen des Asylverfahrens eine Einzelfallprüfung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erfolgt, was die Abläufe verlangsamt.

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Einreise aus der Ukraine und zum Aufenthalt in Deutschland finden Sie auf den FAQ-Seiten des Bundesinnenministeriums BMI (auch in ukrainischer Sprache) und der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände BDA.


Thorsten Hellwig
Pressesprecher NRW
Fon 02131 7518-140